Sonntag, 22. September 2013

Rückblick Färberei im Darß-Museum Ostseebad Prerow

Anlässlich des Museumsfestes am 25. August 2013 bekam ich die Möglichkeit, meine Färberei im Eingangsbereich des Museums aufzubauen:
 

So ruhig, wie auf diesem Foto hier, war es dann aber den ganzen Tag nicht. Viele hundert sehr interessierte Besucher kamen bei mir vorbei und es gab jede Menge gute Gespräche. Meine neu erstellten Flyer "Kleine Anleitung zum Färben" sowie die Informationsbroschüren zur Färberei der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe Gülzow-Prüzen (siehe auch unter www.nachwachsende-rohstoffe.de) kamen gut an und ich konnte jede Menge verteilen.

Über den Besuch einer Freundin und ihre Mithilfe habe ich mich besonders gefreut. Vielen Dank!

Gefärbt habe ich Wolle und Seide mit Goldrute, Teufelsstrauch, Zwiebelschalen und Schilfblüten. Bis auf die Schilfblüten gelang alles sehr gut. Die Flotte mit Schilfblüten reagierte sehr empfindlich auf Eisen und so wurde meine ganze Färbung olivbraun und nicht so schön grün, wie ich es gern gehabt hätte. Tja, man sollte vorher mal den alten Topf ganz genau kontrollieren, ob er innen Roststellen hat, seien sie auch noch so klein. Aber aus Fehlern wird man klug! Mittlerweile färben die Schilfblüten ja auch nicht mehr grün sondern gelb. Für eine Grünfärbung eignen sich nur junge Blüten.
Meine Musterwolle konnte ich auf einer uralten vermoosten Erlenwurzel auslegen, das sah so richtig urig aus.
 
 
 
 
Es war ein wunderbarer Tag, mit unglaublich vielen Eindrücken, Gesprächen und Inspirationen. Ich hab mir vorgenommen, das Museum noch einmal in Ruhe zu besuchen. So habe ich davon nicht so viel mitbekommen. Als ich Kind war, war ich mal mit meinen Eltern im Urlaub in diesem Museum, das sind aber schon ein paar Jährchen her.
 
Am Abend dieses Tages fuhr ich mit fransig geplapperten Mund, aber unglaublich glücklich, mit meiner Mama nach Hause. Sie hatte mir geholfen, meine ganzen Sachen aufzubauen. Vielen Dank auch an sie, ich bin sehr froh, dass wir so auf einer Wellenlänge liegen und wir so eine schöne Zeit miteinander haben.
 
Zuletzt - aber nicht weniger herzlich - ein liebes Dankeschön an die Leiterin des Museums, die mir die Teilnahme an diesem Museumsfest ermöglichte. Ich würde gern im nächsten Jahr wiederkommen!

 
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Samstag, 21. September 2013

Rückblick 2. Färbetage in Klockenhagen 2013


 
Zum 

2. S o m m e r – W o l l e- F ä r b e-T a g

  hatten wir am 03./04.08. 2013 ins Freilichtmuseum Klockenhagen eingeladen.
Bereits im Vorfeld gab es eine Menge Interessenten. Die Vorbereitungen waren wie immer recht umfangreich. Wir wollten mit Pflanzen und Rinden färben, die zu diesem Zeitpunkt in unserer näheren Umgebung wachsen und für uns erreichbar sind.
So da wären: Wiesenkerbel, Rainfarn, Birkenrinde, Eichenrinde, Zwiebelschalen, Kolbenspiere, Essigbaum, Goldrute, Birkenblätter, Brennessel
Bei mir zu Hause sah es während der Vorbereitungen aus wie in einer Hexenküche. Ich hab versucht, die Flotten soweit vorzubereiten, dass an beiden Tagen immer irgendwas gefärbt werden konnte und das hat auch super geklappt.
Mit meinem kleinen bis unters Dach vollgepackten Auto ging es am Samstag morgen los in Richtung Klockenhagen. Dort alles schnell auspacken und los ging die Kocherei. Eigentlich wollten wir gemäß dem Motto des Museums "Genauso war es einmal!" auf Holzfeuer färben, aber es waren hier wochenlang um die 30°C und es erschien doch etwas zu gefährlich. Schließlich soll dieses historische Museumsdorf noch viele Jahre stehen. Also ausweichen auf Elektroplatten, was zwar nicht stilecht war, aber den Zweck erfüllte.
Am ersten Tag wurde Wolle und Seide mit Zwiebelschalen, Kolbenspiere, Birkenrinde und Eichenrinde gefärbt.
 
Am Sonntag wurden dann Wiesenkerbel, Goldrute, Birkenblätter, Brennessel, Rainfarn und Schilfblüten gefärbt. Es stand sogar ein Baumpilz - ein Kiefernbraunporling - , der auf dem Darß gefunden wurde, zur Verfügung, dieser  wurde unser Färbeexperiment.
Schaut mal, was für eine Farbenpracht:
 
 
 
 


Nach 2 superanstrengenden Tagen, war ich total glücklich über so viele gelungene Färbungen. Es gab eine große Resonanz und viel Interesse bei den Besuchern und ich konnte viele tolle Gespräche führen. Einige Besucher brachten sogar ihre eigene Wolle mit, die wir dann gefärbt und uns gemeinsam gefreut haben. Danke an alle, die bei der Durchführung dieser Färbetage mitgeholfen haben, an das Freilichtmuseum und auch ein Dankeschön an den Wettergott, der uns zum zweiten Mal wunderbares Wetter bescherte.
 
Die Farben des Sommers haben wir damit ein wenig eingefangen und ich freu mich jetzt beim Verarbeiten der Wolle darüber.
Für meine engsten Mitstreiterinnen habe ich als Dankeschön kleine - mit Lavendel gefüllte - Häkelherzen gefertigt. Na, gefallen Euch die nicht auch?!
 


Der Weg wächst im Gehen unter deinen Füßen wie durch ein Wunder.(R.Schneider)


Dies ist zunächst ein Test, ob ich die Hürde der Einrichtung eines Blogs auch wirklich geschafft hab! Aber wie es scheint, hat es wohl geklappt. Nur die pazifische Sommerzeit passt nicht so zu mir. Aber ich bin stolz auf mich, dass ich diesen Weg jetzt auch beschreiten kann und da schaff ich den "Rest" auch noch.

Vor zwei Jahren habe ich meinen Boden aufgeräumt und meine alten Unterlagen vom Studium "Färberei und Druckerei" an der Textilfachschule Forst/Lausitz wieder gefunden. Das hat mich sofort wieder elektrisiert und ich hab eine Riesenlust bekommen, wieder mal zu färben und mein ganzes Wissen, welches schon fast verschollen ist, herauszukramen. Jetzt bin ich wieder mittendrin und es macht unglaublich viel Spaß!

Ich möchte Verbindungen zu Gleichgesinnten aufbauen, in Nah und fern, die wie ich der Fadenwerkelei jeglicher Art verfallen sind und Freude an Kreativität haben. :-)

Freue mich auf viele neue Inspirationen, Ideen, Zuhörer, Wegbegleiter, Mitdiskutierer ...
Na dann mal los!