Montag, 28. Oktober 2013

Pilzfieber

Hilfe ich bin Pilz-Fieber infiziert! (oder Hexenküche?)

Ich war ein paar Tage mit meiner Familie in der Lüneburger Heide. Bei unseren Wanderungen suchte ich immerzu auf dem Boden und an den Bäumen nach Pilzen. Meine Familie fand, dass es schon langsam sehr beschwerlich mit mir wäre, wies mich aber immer auch noch einmal auf jeden Pilz hin, der irgendwo stand. Ich konnte einfach nicht aufhören.

Das Wetter zeigte sich nicht von der besten Seite, aber strömender Regen hält doch echte Pilzsammler nicht davon ab, in den Wald zu gehen. Ich fand Schwefelköpfe, Kremplinge, Birkenporlinge, ein wunderschönes Exemplar vom Kiefernbraunporling, Zimt-Hautköpfe. Vor meinen Augen sah ich immerzu die tollen Farben, die daraus entstehen könnten.
Tagesausbeute
Leider fehlt mir immer noch der Superpilz: zimtfarbener Weichporling, der lila färben soll. Ich bin aber zuversichtlich, ich geb nicht auf!

Ein bißchen hab ich aber auch von der Heide gesehen, wie hier zum Beispiel
Schneverdinger Höpen

und auch ein paar Museen und Lüneburg machten wir unsicher.

Auf der Rückfahrt fuhren wir an der Hamburger Wollfabrik (www.hamburger-wollfabrik.de) ran und dort erwartete mich eine Riesenauswahl Wolle und Seide in allen Farben und Schattierungen. Es war ein bißchen überwältigend und ich konnte mich nur schwer entscheiden!
Mein Tipp: wer genauso besessen ist, wie ich, muss da mal vorbei. Und vom 28.10.-02.11.2013 ist dort großer Lagerverkauf zu unglaublich günstigen Preisen eine unglaubliche Vielfalt. Ich schaff es dieses Jahr leider nicht noch einmal nach Hamburg, aber im Frühling ganz bestimmt.

Zurück in der Heimat fand ich auf unserer Ranch gleich noch eine große Ansammlung von frischen grünblättrigen Schwefelköpfchen, die gleich in die Färbeflotte mussten. Der erste Zug ist wunderbar goldgelb geworden, nun kocht gerade der 2. Zug und mein einer Strang Seide ist total orange. Wenn es fertig ist, zeig ich es Euch!

Am letzten Samstag hatten wir auch noch einen goldenen Oktobertag. Die gelben, roten und braunen Blätter leuchteten in der Sonne wie verrückt. Heute ist hier der erste Herbststurm und die ganze Pracht ist dahin. Aber ich hab es fotografiert. Ist das nicht toll!




Rostocker Heide, nicht weit vom Schnatermann (Gruß an Sabine und Matthias)


So, nun muss ich noch meine Wolle spülen. Lasst es Euch alle gut gehen!
Eure jungine fadenwerkelei

Montag, 14. Oktober 2013

Färben mit Pilzen bei Karin Tegeler


Am letzten Mittwoch machte ich mich bei strahlendem Sonnenschein auf zum Färbekurs "Färben mit Pilzen" bei Karin Tegeler (www.textiles-werken.de) in Leinemühle im Harz. Schon lange hatte ich mich sehr darauf gefreut.
In der Jugendherberge angekommen, schmiss ich meine Sachen in mein Zimmer und stieg erst einmal auf die nächste Burg:  Burg Falkenstein               Über den Eselstieg ging es 
immer nach oben!


Es war eine unglaubliche Ruhe, nur Vogelgesang und kein Mensch weit und breit. Oben angekommen erwartete mich ein ziemlich stolzer Anblick:


  
Gleich fühlte man sich hunderte von Jahren zurückversetzt. Auf den Burgfried musste ich natürlich auch klettern und nachdem ich mich in der Burg verlaufen hatte und dann doch die richtige Tür fand, konnte ich weit über das Land schauen und die tollen Farben genießen. Der Wind pfiff dazu nicht wenig um die Ecke, es war atemberaubend!
 
 
Am nächsten Tag fuhr ich über Serpentinen hoch und runter zur Leinemühle. Mein Navi spielte total verrückt, Telefon ging auch nur oben auf den Bergen. Bei Karin angekommen, ging es nach der Bekanntmacherei auch gleich mit einer großen Menge Theorie los. Ich war zwar schon immer viel in die Pilze gegangen, aber so richtig hatte ich mich mit dieser Spezies noch nicht beschäftigt. Ich fand es unglaublich spannend!
 
Am Freitag wollten wir unsere neu gewonnenen Kenntnisse auch gleich in die Praxis umsetzen und gingen alle zusammen in die Pilze in einen nahe gelegenen Wald. Es regnete erst wenig, dann in Strömen. Pilze fanden wir recht viele und mir verhalf ein flüchtendes Wildschwein zum Schreck meines Lebens. Es steht nicht fest, wer mehr Schiss hatte, das Schwein oder ich. Jedenfalls schmiss ich meinen Korb weg und rannte wie von der Tarantel gestochen los. Bin dann wieder ganz vorsichtig zurück, um meinen Korb zu holen, wusste aber dann nicht mehr, wie ich zu den anderen zurück kommen sollte. Ich hatte mich total verlaufen. Wer mich beobachtet hätte, hätte sich bestimmt scheckig gelacht. Aber Gott sei dank fand ich dann irgendwie einen Weg zurück und auch wieder in die Leinemühle. Aber der Schreck saß und sitzt noch heute tief!
Eigentlich ganz idyllisch!
In Karins Werkstatt packten wir erst einmal alle Pilze auf den Tisch und sichteten, was wir gefunden hatten. Wir fanden eigentlich eine ganze Menge (nur einer fehlte!):
 
                           
Alle Pilze wurden für die Färberei und eine leckere Pilzpfanne mit den berühmten Arminschen Eierkuchen vorbereitet. Köstlich!
 
Samstag und Sonntag färbten wir fröhlich darauf zu und zwischendurch erhielten wir von Karin immer wieder wichtige Informationen. Schaut mal, sehen die Farben nicht toll aus!!
 
 
Froh und glücklich, aber auch ein wenig traurig, dass die Zeit schon vorbei war, fuhr ich am Sonntag wieder heim.
Liebe Karin, lieber Armin! Danke für die gute Zeit bei Euch, für Eure Mühe und Fürsorge, für das umfangreiche Wissen, für die vielen anregenden Gespräche und die ganze Fachsimpelei. Ich hab mich sehr sehr wohl bei Euch gefühlt und möchte gern im nächsten Jahr wiederkommen.
Danke auch an meine Mitfärber, es war schön, Euch kennengelernt zu haben und ich hoffe sehr, dass man mit dem einen oder anderen in Verbindung bleiben kann. Für den Ruf-Einsatz bedanke ich mich nochmal besonders und hoffe, dass die Stimme wieder völlig in Ordnung ist.
 
 
Nun geht es in den nächsten Tagen sicher gleich wieder in den Wald, um einen kleinen Vorrat an Färbepilzen zu sammeln und vor allem nach dem lila färbenden zimtfarbenen Weichporling zu suchen. Es bleibt also richtig spannend! Viel Glück wünsche ich allen!
 
 
 
 


Samstag, 5. Oktober 2013

Wir basteln eine Apfelspindel


Am 06. Oktober 2013 findet im Freilichtmuseum Klockenhagen (http://www.freilichtmuseum-klockenhagen.de) das Herbstfest statt. Ihr seid herzlich eingeladen zu:
 
Wir basteln eine Apfelspindel
 
Früher, zu einer Zeit, als die Kinder sehr wenig Spielzeug hatten, bastelte man im Herbst aus Äpfeln eine Apfelspindel (man kann auch eine runde Kartoffel nehmen). Vor allem die Mädchen sollten schon recht bald lernen, mit dem täglichen Handwerkszeug umzugehen. Eine Spindel verwendet man, um aus Wolle oder pflanzlichen Faser einen Faden herzustellen, den man zur Herstellung von Bekleidung benötigte. Die Spindel besteht aus einem Stab auf dem der Wirtel, die Schwungmasse, befestigt ist. Ein Haken dient der Befestigung der bereits gesponnenen Fäden.
 
Was brauchen wir:

  • einen kleinen Apfel oder eine runde Kartoffel
  • einen Stab mit Haken, 7 mm Durchmesser, ca. 25 cm lang
  • ein wenig Schnur
Und los geht’s:

Zuerst wird der Stab angespitzt. Das kann man mit einem ganz normalen Spitzer tun. Für den Haken sollte man einen Erwachsenen um Hilfe bitten, der kann ihn oben (auf der nicht angespitzten Seite eindrehen.

Vorsichtig den Stab gerade von der Blüte zum Stiel durch den Apfel stechen. Hierzu braucht man eine wenig Kraft und Gefühl, sonst bricht der Apfel auseinander. (Wenn er kaputt gegangen ist, schnell aufessen!)

Die Schnur über Kreuz am Apfel befestigen und schon einige Runden aufwickeln. An dieser Schnur spinnen wir dann den Faden an.

So sieht das dann aus:



Auf dem nächsten Bild habe ich die Wolle bereits angesponnen. Wie das geht, zeige ich Euch morgen im Freilichtmuseum Klockenhagen. Ich freu mich auf Euch!
 
 
 
 
Viel Spaß beim Basteln und Spinnen wünscht jungine fadenwerkelei

Freitag, 4. Oktober 2013

Blau machen


Schon lange hab ich mich auch mit dem Blau färben beschäftigt, hab einige Bücher darüber gelesen und auch im WWW viel Wissenswertes gefunden. Dazu kamen eine Reihe historischer Romane, die mich inspirierten.
Ich fand den Online-Kurs Indigo  bei Ulrike Bogdan (www.nemo-ignorat.de), der vom 01.08 bis 08.09.2013 laufen sollte. Kurzerhand meldete ich mich an. So was hatte ich noch nicht versucht und ich wollte mal sehen, das neben Familie, Haus, Garten, Arbeit und meinen Färbeaktionen in den Museen zu schaffen ist.
Ich ließ mir eine Erstausstattung zusenden und eigentlich hätte es richtig toll losgehen können. Begeisterung war da!
Aber was fehlte: ZEIT
Ulrike hatte den Kurs wunderbar vorbereitet. Es gab viele Videos und Anleitungen. Also daran lag es nicht! Die Ergebnisse der anderen Kursteilnehmer waren wahrer Farbrausch und jeden Morgen freute ich mich auf neue Bilder und Berichte. Aber ich selbst kam nicht zu Potte!!!
Also was waren die wirklichen Gründe:
1. Mein Sohn begann wieder mit der Schule und benötigte ziemlich viel Zuwendung von mir.
2. Meine Färbeaktionen erforderten mehr Vorbereitungszeit als ich gedacht hatte.
3. Ich haderte ziemlich mit dem Programm, es dauerte ziemlich lange, ehe ich mich da zurecht fand. Ich brauchte länger, als ich es mir vorgestellt hatte.
 
Trotzdem war der Kurs für mich ein tolles Erlebnis: Es wurde mit mehreren Küpenarten experimentiert und die Ergebnisse waren atemberaubend!
 
Fazit: Ich möchte auf alle Fälle noch einmal so was machen! Es hat mir Riesenspaß gebracht.
Für den Winter, der hier oben im Norden immer recht kalt und stürmisch ist, habe ich eine Unmenge zu lesen, anzuschauen und auszuprobieren, denn ich hab mir alles gespeichert und hoffe, dass die Videos noch einige Zeit zur Verfügung stehen. Darauf freue ich mich. Blaumachen ist eben im wahrsten Sinne des Wortes gar nicht so einfach!!
Und hier: meine Ergebnisse, die mich sehr erfreuen!
 
 
 Danke an Ulrike und
                                                                                 danke an alle anderen Blaumacher!
 
 
 
 
 
Als Lehre aus diesem "akuten Zeitmangel" habe ich mir als nächstes einen Kurs direkt gewählt: Ich freu mich auf meinen Kurs "Färben mit Pilzen" bei Karin Tegeler (www.textiles-werken.de)
Ich werde davon berichten!